Moderne Hygieneartikel suggerieren oft eine einfache Entsorgung über die Toilette. Doch was für den Nutzer bequem erscheint, stellt für private Abwassersysteme eine enorme Belastung dar. Feuchttücher sind im Gegensatz zu herkömmlichem Papier extrem widerstandsfähig und verursachen regelmäßig massive Blockaden. Ein bewusster Umgang mit diesen Produkten schützt Ihre Leitungen vor einem kostspieligen Rückstau.
Warum sich Feuchttücher nicht auflösen
Das größte Missverständnis bei der Nutzung von Feuchttüchern ist der Glaube, sie würden sich wie herkömmliches Toilettenpapier im Wasser zersetzen. Das ist jedoch ein Trugschluss. Normales Toilettenpapier besteht aus kurzen Zellstofffasern, die sofort zerfallen, sobald sie nass werden. Feuchttücher hingegen bestehen oft aus einem extrem reißfesten Vliesgemisch mit Kunststoffanteilen. In der Kanalisation lösen sich diese Tücher überhaupt nicht auf. Stattdessen verhaken sie sich an kleinen Unebenheiten, Muffen oder Kalkablagerungen in Ihren Rohren. Dort bilden sie die Basis für massive Verstopfungen, die im schlimmsten Fall zu einem kompletten Rückstau in die Wohnung führen können.
Die Folgen für die Technik und Kanalisation
Wenn mehrere Tücher im Rohrsystem aufeinandertreffen, verbinden sie sich zu zähen, seilartigen Gebilden. Diese sogenannten Zöpfe sind so stabil, dass sie selbst leistungsstarke Pumpwerke der städtischen Kanalisation lahmlegen können. Besonders in privaten Haushalten führen Feuchttücher oft zu einem plötzlichen Stillstand des Abwassers. Da sich die Tücher nicht biologisch abbauen, sammeln sie sich über Wochen an einer Stelle, bis kein Tropfen mehr durchgeht. Die mechanische Belastung für die Rohre ist enorm, da sich diese Textilien förmlich in die Leitung verkeilen und bei Reinigungsversuchen mit einfachen Mitteln oft nur noch fester zusammengeschoben werden.
Schützen Sie Ihre Umwelt und Ihr Eigentum
Der einzige Ort für benutzte Feuchttücher, Abschminkpads oder Babytücher ist der Restmüll. Selbst wenn auf der Verpackung steht, dass die Tücher biologisch abbaubar sind, geschieht dieser Prozess viel zu langsam für den kurzen Weg durch Ihre Hausleitung. Ein kleiner Treteimer im Badezimmer ist die einfachste und sicherste Lösung für dieses Entsorgungsproblem. Sollte Ihre Toilette bereits verstopft sein, hilft meist nur noch der Einsatz einer professionellen Motorspirale. Wir ziehen diese Textilien fachgerecht aus der Leitung heraus, anstatt sie nur weiter in den Kanal zu schieben. So stellen wir sicher, dass Ihr Abfluss langfristig frei bleibt und keine teuren Folgeschäden entstehen.